Unesco-Weltdokumentenerbe – Johann Sebastian Bachs – h-Moll Messe

Am Sonnabend, den 18.05.2019 um 19.30 Uhr widmet sich der Magdeburger Domchor in der Konzerthalle „Georg-Philipp Telemann“ im Kloster Unser Lieben Frauen anlässlich seines 200 jährigen Jubiläums dem vermutlich größten Werk der kirchenmusikalischen Geschichte der h-Moll Messe von Johann Sebastian Bach.

Die h-Moll Messe ist Ausdrucks Bachs außerordentlicher Kompositionskunst.

Er beendete die Notation kurz vor seinem Tod und das Werk ist auch heute 250 Jahre nach seinem Tod eines das weltweite Bekanntheit besitzt und deshalb auch in das Unesco Weltdokumentenerbe aufgenommen wurde. Bach war Vorreiter in seiner Zeit und kombinierte in seiner Messe historische und moderne Satzarten miteinander, sowie experimentierte in der Formensprache und den Kompositionstechniken. Er nimmt hier auch immer Bezug auf bereits bestehende Kompositionen und entwickelt diese weiter. Die Komposition der Messe nahm mehrere Jahrzehnte in Anspruch und umfasst insgesamt 18 Chorsätzen und 9 Arien und ist geheimnisvoll und musikalisch in einer anderen Sphäre unterwegs.

Der Komponist

 Johann Sebastian Bach war in seinem Leben sehr umtriebig und wirkte als Thomaskantor in Leipzig, aber auch als Komponist und ebenso als Cembalovirtuose. Heute wird er als bekanntestes Mitglied der Familie Bach als einer der größten Komponisten der Musikgeschichte bezeichnet. Allerdings waren zu seinen Lebzeiten seine Werke noch nicht einem so großen Zuschauerkreis zugänglich und erst nach seinem Tod wurden die Werke immer höher wertgeschätzt. Nach der Wiederentdeckung der Matthäus Passion von Bartholdy begann 1829 eine Rückbesinnung auf Bachs Schaffen und ab der Mitte des 19. Jahrhunderts sind Bachs Werke nun im Weltrepertoire fester Bestandteil.

 Karten sind ab dem 15.04.2019 im VVK ab 13-26 € zzgl. Vorverkaufsgebühr                    erhältlich.

 

Glückwunsch unserer Jungen Kantorei zum Rejoice! Konzert

Rejoice heißt übersetzt Jubeln und so hatte die Junge Kantorei des Magdeburger Domchores am vergangenen Sonnabend, den 30.03.2019 um 19.00 Uhr in den Remter des Domes zum Jubel-Chorkonzert geladen.

Hierbei widmeten sich die Jugendlichen Sängerinnen und Sänger, unter der Leitung von Barry Jordan und mit Orgelbegleitung durch Markku Hietaharju, Musik von Isaac, Schütz, Schein, Bach und Britten.

An diesem Abend wurde die Bandbreite der Chormusik mit all ihren Facetten erlebbar und die unterschiedlichen Stile der Jahrhunderte präsent.

Das deutsche Magnificat von Schütz, der seit seinen frühen Kinderjahren in Weißenfels in Sachsen-Anhalt lebte und die Musik Mitteldeutschlands entscheidend prägte ist ein anspruchsvolles doppelchöriges Werk, dass eine sehr bildhafte Musikalität in sich trägt und eines der beliebtesten Stücke des Komponisten bildet.

Die anspruchsvolle Literatur setze die Junge Kantorei mit Präzision, Strahlkraft und Energie sowie Freude um.

Herzlichen Glückwunsch zu diesem Jubelkonzert!

 

Neues Projekt des Oratorienchores: Brahms Requiem

Die Probenarbeit für das nächste Projekt des Oratorienchores, Brahms‘ „Ein deutsches Requiem“ beginnt bald – ganz genau, am 24.1.2019. Alle Termine : http://domchor-magdeburg.de/probenplaene/

Wie immer laden wir interessierte Chorsänger ein, an der Aufführungen dieses Werkes teilzunehmen. Ein lockerer Probenrhythmus hilft denjenigen, die zu eingebunden sind, um die zeitlichen Anforderungen eines wöchentlich probenden Chores nachkommen zu können.

Eine vorherige Anmeldung mit Angabe der Stimmgruppe wäre hilfreich, ist aber nicht unabdingbar. Anmeldungen: barryjordan@magdeburgerdommusik.de.

Eigene Noten sind notwendig; bevorzugte Ausgabe: Breitkopf.

Es lebe der Chorgesang!

Johannes Brahms 1868

200 jähriges Jubiläum des Domchores mit großem Festkonzert am 06. Januar

Natürlich ist im Dom zu Magdeburg seit seiner Erbauung stets gesungen worden; durch Reformation, Kriegswirren, Pest und Katastrophe verstimmte der Gesang nie. Einmal wurde er aber unterbrochen für einige Jahre: als Napoleons Truppen die Stadt besetzte und der Dom profanisiert wurde. Durch die Beziehungen des örtlichen Gesangslehrers Joachim Wachsmann zu Carl Friedrich Zelter und die Mitwirkung des ehemaligen Domschülers Wilhelm Anton von Klewitz,  der 1817 Preußischer Finanzminister wurde, gelang es ihm, per königlichen Beschluss des Preußenkönigs Wilhelm III den Domchor neu zu gründen und sogar per Kabinettsorder eine finanzielle Sicherung zu gewährleisten.

Der Magdeburger Domchor singt nun ununterbrochen seit 200 Jahren zu Ehre Gottes und Ergötzung der Menschen.

Mit einem festlichen Gottesdienst am Sonntag Epiphanias, 6. Januar 2019, 10 Uhr,  mit Musik von Francis Poulenc und Johann Sebastian Bach und und einem Festkonzert um 18 Uhr des gleichen Tages wird dieses Jubiläum feierlich begangen.

Im Konzert erklingen zwei Werke: Johan Adolf Hasses „Te Deum in D“ und die Messe in B, „Harmoniemesse“ genannt, von Joseph Haydn.

Hasse, 1699 in Bergedorf bei Hamburg, machte zunächst Karriere als Sänger in Italien, wo man ihn „Il divino Sassone“ nannte. Parallel zu seinem sängerischen Laufbahn komponierte Opern in der Gattung der Opera seria, und zwar mit überwältigem Erfolg – über 40 davon sollten es am Ende geben. 1731 trat er in der Uraufführung seiner Oper Cleofide in Dresden auf (unter den Zuhörern war Johann Sebastian Bach), woraufhin August der Starke ihn gleich als Hofkapellmeister engagierte. Er blieb in Dresden bis 1760, als sein Wohnhaus beim Kanonenbeschuss der Stadt während des Siebenjährigen Krieges zerstört wurde; die nächsten Jahre verbrachte er in Wien, wo er unter anderem Musiklehrer von Marie Antoinette war (er war ja Lieblingskomponist Maria Theresias). Nach Ende des Krieges kehrte er nach Dresden zurück; kurz darauf starb August III. Dessen Nachfolger Friedrich Christian sah sich gezwungen, die Hofmusiker zu entlassen, da der Staat finanziell ruiniert war. Hasse übersiedelte im Jahre darauf zunächst nach Wien. wo Maria Theresia vom ihm seine letzte Oper Il Ruggiero beauftragte. Der Geschmack des Publikums war aber nicht mehr nach Oper seria, und das Werk fiel deutlich gegen dem am nächsten Tag aufgeführten Ascanio in Alba  des fünfzehnjährigen Wolfgang Amadeus Mozart im Gunst ab. Von Mozart sagte Hasse, „Dieser Knabe wird uns alle vergessen machen“.  1773 zog er mit seiner Frau, der berühmten Sängerin Faustina Bordoni, nach Venedig, wo er 1783 starb.  Sein „Te Deum in D“ entstand 1751 und war eigens für die Einweihung der neuen Dresdner Hofkirche geschrieben.

Die Biographie von Joseph Haydn (1732 – 1809) ist viel bekannter und muss hier nicht neu erzählt werden. Schon als Chorknabe an der Kathedrale St. Stefan in Wien war er kompositorisch tätig, und die geistliche Musik spielte eine wichtige wenn nicht zentrale Rolle in seinem Schaffen; er schrieb 14 Messen, die den Zeitraum von 1750 – 1792 umspannen. Die letzten 6 Messen, die „Großen“ wurden alle in den Jahren 1796 – 1802 komponiert, und zwar alle für die Messe zum Namenstag von Maria Hermenegilde, Ehefrau des Esterházy Prince Nikolaus II. Die letzte dieser Serie ist die Harmoniemesse von 1802 – gleichzeitig auch Haydns letzte vollendete Komposition überhaupt, denn danach raubte ihm die immer noch rätselhafte Krankheit, bis heute nicht identifiziert, die Kraft zur Arbeit. Er lebte noch sieben Jahre, von Dienern liebevoll gepflegt, denn er war, sagen Zeitzeugen übereinstimmend, ein überaus liebenswerter Mensch. Zur Zeit seines Todes wurde bekannt gegeben, er sei an „allgemeiner Entkräftung“ gestorben. Nach einem Requiem in der Wiener Schottenkirche wurde er im Hundsturm Friedhof bestattet; kurz danach wurde seinen Kopf von Phrenologen gestohlen, während seiner anderen Überreste 1820 nach Eisenstadt gebracht worden sind. Erst 1954 wurden sie wiedervereinigt in der Eisenstädter Bergkirche, wo auch die sechs letzte Messen uraufgeführt wurden.

Nach der Aufhebung des Instrumentalverbots in der österreichischen Kirchenmusik unter Leopold II suchten Komponisten nach Wege der Erneuerung in der Vertonung der Messe. In der Harmoniemesse legt Haydn ein Werk von sinfonischen Ausmaßen vor. Die Instrumentierung mit der üppigen Bläserbesetzung fällt als erstes natürlich auf; aber es sind die Strukturen des Werkes, zusammen mit den ausgereiften, fast romantisierenden Harmonien, die das Werk zum Vorbild für Beethovens Missa solemnis machen. Bemerkenswert ist die Bereitschaft des betagten und kranken Komponisten, die betretenen Pfade der Messkompositionen seiner eigenen Vergangenheit zu verlassen. Hier ist also das Kyrie kein dreigeteilter Satz, sondern ein einzelnes und massiges Adagio mit langer orchestrale Einleitung. Pointierte Rhythmik und chromatisierte Harmonik gepaart mit farbiger Instrumentierung und mal heftiger Dissonanz verleihen der Bitte um Erbarmen eine beinahe tragische Dringlichkeit. Spürt man hier das Hadern des Leidenden mit dem kommenden Tod? Und am Ende des Werkes, beim strahlenden, lauten „Dona nobis pacem“, hört man dort eine Akzeptanz, ein Vertrauen darauf, dass bald, für ihn, Frieden sein wird?

Die Aufführung leitet Barry Jordan, bekennender Haydn-Verehrer. Zwei der vier Solisten sind im Domchor aufgewachsen und haben Karriere gemacht: Stefanie Fels-Lauer (Sopran) und Dirk Schmidt (Bass). Tenor Niek van den Dool ist zum Ensemble, das er „eine tolle Truppe“ nennt, ein guter Freund geworden; Undine Dreißig von der Oper Magdeburg braucht keine Vorstellung. Als Orchester spielt Märkisch Barock, vertrauter Partner der Dommusik.

Karten gibt es im Vorverkauf zu 20 € (erm. 18 €) / 15 €. Restkarten  an der Abendkasse.
Nutzen Sie bitte den Vorverkauf und helfen Sie uns, nervige Schlangen an der Abendkasse zu vermeiden (im Remter ist ja kein Platz!) 

Hier ein kleiner Abriss der Domchorgeschichte

 Der Magdeburger Domchor mit seiner Singschule besteht aus mehreren Chorgruppen, die einzeln oder zusammen musizieren und großen Wert auf ein generationsübergreifendes Miteinander legen.

Die Geschichte des Chorgesangs im Dom St. Mauritius und Katharina zu Magdeburg geht bereits in das 10. Jahrhundert zurück. Ab dem 13. Jahrhundert wurde im gotischen Dom die Chormusik nach französischem Vorbild gepflegt.

Einige berühmte Besucher, die der Musik lauschten, sind uns überliefert, z.B. Walther von der Vogelweide, Nicolaus von Cusa und Ulrich von Hutten.

Vom frühen 10. Jahrhundert bis in das heutige 21. Jahrhundert erlebten die Dommusik und der Domchor eine wechselvolle Geschichte.

Seit 1994 wird der Domchor nun von Barry Jordan geleitet, welcher zusammen mit seinen Chorsängern und Chorsängerinnen neue musikalische Akzente setzte und zahlreiche erfolgreiche Konzerte leitete, sowie Konzertreisen in viele Länder der Welt unternahm.

Zur Zeit Henkings machte der Domchor erstmalig AuslandsKonzertreisen, die ihn nach                  Dänemark und Finnland und in andere Teile Deutschlands führten.  Die Auslandsreisetätigkeit setzte sich bis auf die DDR-Zeit bis heute fort und erreichte vor allem mit seinen anspruchsvollen A-Cappella-Programmen

Ganz-Deutschland, Israel, Frankreich, England, Italien, Tschechien und Österreich. Die                  großen Chor- und Orchesterwerke wurden in Magdeburg aufgeführt.

Seit 1947 führte der Magdeburger Domchor erfolgreich die großen Kantaten und                Chorwerke mit Orchester von Bach, Telemann, Händel, Haydn, Beethoven,  Mendelssohn, Brahms, Bruckner, Mozart, Schubert, Dvorák, Puccini, Verdi, Strawinsky, Fauré, Duruflé, Chemin-Petit, Britten, Elgar, Janacek, Frank Martín, A. Lloyd Webber u.a. auf. Aber auch bereits im 19. Jhd. erklangen im Dom  Werke wie Haydns Schöpfung und Mendelssohns Elias unter Beteiligung es Domchores. z.T. erfolgte auch die Uraufführung neuer Kompositionen von  Domchorleitern, wie es z. B. der 150. Psalm von Chemin-Petit war, den er zur

1000-jährigen Feier der Errichtung des Domes 1955 komponiert hatte oder auch Barry Jordans große oratorische Komposition von 2009, „Die Eiche im Dom“, die auf Ernst Barlachs berühmtes „Denkmal des Krieges“ im Dom Bezug nimmt.

Das Komponieren eigener Motetten bzw. neuer Sätze für Choräle gehörte von jeher zum Handwerkszeug aller Domchorleiter, auch der in früheren Jahrhunderten. Heute bilden den Chor primär Stimmen von Kindern und Jugendlichen, ein Anteil Erwachsener sowie die Männerstimmen.

Was der Domchor 1819 sang: Wachsmanns Vertonung der Liturgie in einer Kompilation von solchen Stücken.

Weihnachtssingen des Magdeburger Domchores am 21. Und 22.12.2018

 Behaglich friedliches Ambiente im imposanten Dom und gemeinsamer Gesang – alle Jahre wieder so erklingen weihnachtliche Weisen beim traditionellen Weihnachtssingen des Magdeburger Domchores am Freitag, den 21.12.2016 um 19.00 Uhr und am Sonnabend,  den 22.12.2016 um 17.00 Uhr und 19.00 Uhr im Hauptschiff des Domes.

Hierbei wird der Dom in Kerzenschein getaucht und erhält eine besinnliche Atmosphäre – ein stimmungsvoller Abend des Zu-Sich-Findens. Besonders schön zu sehen ist hier das    Zusammenwirken von übergreifenden Generationen, da der Domchor, bestehend aus jüngeren  Kindern und Kindern des Jugendalters, sowie der Motettenchor der Erwachsenen gemeinsam musizieren. Es entstehen so musikalische Synergien, die sich zu einem großen Ganzen  herausragenden Klang entwickeln.

Karten zum Preis von 12 €/erm. 10 € in der 1. Kategorie und 10 €/ erm. 8 € in der 2. Kategorie     zzgl. VVK-Gebühr erhalten Sie ab dem 21.11. an allen bekannten VVK-Stellen.

Ausschließlich Stehplatzkarten für 6 € erhalten Sie an der Abendkasse. Die Abendkasse öffnet     eine Stunde vor Veranstaltungsbeginn. Warme Kleidung wird empfohlen.

„A Christmas Cracker“

Die Junge Kantorei stimmt auf Weihnachten ein mit den schönsten und beliebtesten Weihnachtsliedern, zum Teil zum mitsingen, von „O come, all ye faithful“ über „The first Nowell“ bis „Hark, the herald Angels sing“. Ein Abend, an dem die frischen und unverbrauchten Stimmen der vierstimmig singenden Jungen Kantorei viel Grund zur Freude geben werden. Das sollte man nicht verpassen! Das gesamte Programm des Abends ist hier zu finden.

Requiem: In paradisum

Duruflés Requiem im Magdeburger Dom

Im November, wenn die Blätter gefallen sind und Europa die dunklen Tage und langen Nächte erlebt, denkt der Mensch ans Vergängliche, an Endzeiten und an diejenige, die schon von uns gegangen sind. Kirchenmusikalisch ist es die Zeit der Requien.

So singt der Domchor am 10. November um 19.30 das Requiem von Maurice Duruflé (1902 – 1986), zwar noch zwei Wochen vor dem Ewigkeitssonntag, dafür zu einer Zeit, in der es noch nicht bitterkalt im Dom geworden ist – und am Vorabend des Tages, an dem der 100. Jahrestag der Beendigung des ersten Weltkrieges bedacht wird.

Bewusst steht das Konzert unter dem Motto „In Paradisum“, denn Duruflés Requiem, wie auch das von Gabriel Fauré, ist ein Werk in dem, anders als in den Requien von zum Beispiel Berlioz oder Verdi, der Gedanke an das jüngste Gericht, an Feuer und Flamme und die Hölle als Strafe für die Sünder unterdrückt wird zu Gunsten einer Konzentration auf den Lohn des Gerechten, des Gläubigen – das Leben im Himmel und die Einigkeit mit Gott. Leuchtenden Farben, überwiegend langsame Tempi und die leisen Schlüsse aller 9 Sätze geben dem ganzen Werk ein meditatives und, trotz einiger Ausbrüche, kein dramatisches Character.

Duruflés Werk entstand 1941 im Auftrag der Vichy-Regierung im okkupierten Frankreich, zunächst als Werk für Chor, Solisten und sehr großes Orchester. Die Erstaufführung fand aber erst nach Kriegsende statt. Die zweite Fassung, die im Konzert zu hören ist, folgte 1948; hier wird der Chor nur von der Orgel begleitet. Eine dritte Fassung, für Streicher, Harfe und Orgel, folgte 1961.

So sehr wie Duruflé das Werk von Fauré in der Gesamtanlage als Beispiel genommen hat – zum Beispiel in dem Verzicht auf lange Passagen aus dem Sequenz „Dies Irae“ – sind musikalisch bedeutende Unterschiede auszumachen. Anders als Fauré, der eher mondäne und (trotz Kirchenmusikerstelle!) kirchenfern war, war Duruflé, der 46 Jahre lang als Organist an der Pariser Kirche St. Etienne du Mont, überzeugter und frommer Katholik, dem traditionellen Gesang seiner Kirche ausgesprochen zugeneigt. So ist das Requiem durch und durch in gregorianischen Melodien durchzogen, manchmal ganz klar erkennbar, manchmal umgeformt und verschleiert. Bestechend ist die Weise, in der der Komponist, der nur 14 Werke hinterließ, den einstimmigen Gesang verschiedener Stimmgruppen einsetzt: Männerstimmen für das Dramatische, der Alt für das Flehen und Bitten, der Sopran für das Entrückte und Überirdische.

Die überaus anspruchsvolle Orgelpart übernimmt der junge Brite  Richard Gowers, der in vielen Jahren als „Organ Scholar“ von King’s College Cambridge unerreichte Erfahrung in der chorischen Begleitung sammelte. Die Leitung hat Barry Jordan.

Zwei a cappella Werke ergänzen das Programm: der Motettenzyklus „Job“, Vertonungen von vier Passagen aus dem Buch Hiob in Latein von dem südafrikanischen Chorleiter und Komponisten Niel van der Watt (geb. 1961), und die großangelegte doppelchörige Motette „Vor allem, das entstand“, zu einem Text von Matthias Claudius (aus dem „Großen Halleluja“) von Hans Chemin-Petit, dem Potsdamer Musiker und Komponisten der in den Jahren des Zeiten Weltkrieges den Domchor vorübergehend leitete.

 

Junge Kantorei zurück von ihrer Reise nach Finnland

Konzert im Dom zu Turku

Wann kann eine Chorreise als erfolgreich gelten? Wenn das Kriterium sein soll, dass die Konzerte gut besucht sind, sieht das finster aus, denn auch kulturaffine Menschen haben meist wenig Interesse daran, abends aus dem Haus zu gehen, um einen Laienchor, von dem sie nie gehört haben, zuzuhören. Das ist in Magdeburg, wo auch der Domchor es nicht vermag, das Haus zu füllen, nicht anders. Und so war es kein Wunder, dass die Konzerte der Jungen Kantorei in Finnland nicht wegen Überfüllung geschlossen werden mussten. Und, dem Motto „Je größer die Stadt, desto kleiner das Publikum“ getreu, war die Situation in Helsinki am traurigsten.

Barry Jordan (rechts) mit den Musikerkollegen vom Turkuer Dom, Markku Hietaharju (Organist) und Anu Åberg (Kantorin) in Turkus berühmter „Trattoria Romana“ nach dem Konzert.

Die talentierte kleine Truppe Jugendlicher (14 – 22 Jahren), zusammen mit zwei Ehemaligen des Domchores und zwei freundlichen Aushilfen in der Altstimme ist in aller Frühe am Freitag 5.10 von Tegel abgeflogen und erlebte dann 5 Tage voll von neuen Eindrucken in einem freundlichen Land mit rätselhafter Sprache. Das erste Konzert fand am Samstag in der Nationalkathedrale in Finnlands ehemaliger Hauptstadt Turku statt; anschliessend gab es, zur Freude aller, Pizza und Pasta in der ausgezeichneten „Trattoria Romana“. Am Sonntag gestaltete der Chor im „Turun Tuomiokirkko“ auch den Gottesdienst, und bemühte sich nach Kräften, die Liturgie und Gemeindegesang in der Finnischen Sprache mit zu unterstützen. Anschließend ging es mit der zuverlässigen Finnischen Eisenbahn in die zwei Stunden entfernte Hauptstadt Helsinki.

Vor dem Dom zu Helsinki.

Auf der Orgelempore im Dom zu Helsinki.

Als Programm wurde deutsche Musik von Heinrich Schütz, dem Magdeburger Telemann und von Johann Christoph Bach mit continuo geboten. Darauf folgten zwei a cappella Motetten aus der deutschen Romantik, von Gustav Merkel und Moritz Hauptmann. Nach einem Umzug auf die jeweilige Orgelempore folgte dann Benjamin Brittens Kantate „Rejoice in the Lamb“ mit Begeleitung der großen Orgel, gespielt von Markku Hietaharju.

Das Wetter, bis dahin ausgesprochen freundlich, wurde Montag, als freier Tag geplant, plötzlich etwas finnischer, mit grauem Himmel und Regen. Dennoch machten wir uns wieder auf nach Helsinki und besichtigten zunächst die „Felsenkirche“ (Tempelliaukion kirkko), gingen von dort die 3 Kilometer durch die Innenstadt bis zum Hafen und Markt, und nahmen die Fähre bis zur „Finnenburg“ Suomenlinna. Die Besichtigung dieser vier Inseln mit ihrer Festungsbebauung , die UNESCO Welterbe sind, fanden (fast) alle höchst interessant – mehr Zeit hätte man sich wünschen können, aber bei den Wetterverhältnissen wieder nicht. Nach der Rückfahrt gab es Zeit, sich ein wenig in der Innenstadt herumzuschauen, einzukaufen oder sich in ein Café zu verkriechen. Abendbrot gab es im „Rax Buffet“, ein Schlaraffenland für Jugendliche.

Am Dienstag, den letzten Tag, galt – einmal ausschlafen. Danach war frei bis zum Mittagessen; einige nutzten die Gelegenheit, Schwimmbad und Sauna der Herberge „Linnasmäki“ auszuprobieren. Danach ging es mit dem Bus 140 km nach Tampere. Hier, in der Alexanderkirche, sangen wir unser Abschlusskonzert der Reise.

In der „Aleksanterinkirkko“ in Tampere.

Gerade hier konnte man erkennen, was eine Chorreise „erfolgreich“ macht: sie ist nämlich dann ein Erfolg, wenn die soziale Bindungen zwischen den Choristinnen und Choristen immer enger und inniger werden, und wenn die chorische Leistung, trotz der unvermeidlichen Müdigkeit, stetig steigt. Die Zeit mit „meinen“ Jungs und Mädels habe ich sehr genossen, und ich war sehr stolz auf ihrer musikalische Leistungen; sie schenkten mir klangschöne Wiedergaben voller Innigkeit mit hervorragenden Intonation. Sie sind sehr weit gekommen in zwei Jahren.

Mittwoch holte uns dann der freundliche Busfahrer Hannu um 7 bei Linnasmäki ab und wir fuhren staufrei bis zum Flughafen Helsinki in Vantaa. Der kurze Rückflug erfolgte problemlos , und trotz Tegels berüchtigter Gepäckrückgabe schafften wir auch den geplanten Zug nach Magdeburg. Er wurde zwar umgeleitet, aber das ist eine neue Geschichte.

Dankbar
Barry Jordan

Die Junge Kantorei hat ein eigenes Facebook-Seite (sichtbar auch für nicht-Facebooker) unter
https://www.facebook.com/JungeKantoreiMD/
Dort erscheinen demnächst ganz viele Reisebilder…

 

Team-Geist lebt!

Am Samstag, 15. September, trafen wir uns im Domgarten zu einer Aktion „Unser Podest soll schöner werden“, denn wahrlich sah es bereits etwas ramponiert aus, auch nach nicht allzu vielen Jahren. Hat ordentlich was gebracht – und hat viel Spaß gemacht!